Das Projekt Hybr-iT auf der CEBIT 2018

Flyer Hybr-iT CEBIT 2018 (Deutsch)
Flyer Hybr-iT CEBIT 2018 (English)

Vom Milk-Run zum Bringdienst – Hybride Teams in der wandelbaren Produktion

Der Milchjunge stand Pate für das produktionslogistische Konzept des Milk-Run: Damit nicht zu viel Milch geliefert wurde, die dann verdarb, stellte der Junge nur dann eine volle Flasche bereit, wenn er eine leere vorfand. Übertragen auf die industrielle Fertigung erlaubt dieser Entwurf die Steuerung der Materialien, jedoch einhergehend mit einem fixen Fahrplan und festen Losgrößen. Das Konzept des Bringdienstes hingegen ermöglicht die bedarfsgerechte Bestellung und Lieferung von Bauteilen in der konkreten Fertigungssituation. Darüber hinaus kann der robotische Lieferant auch damit beauftragt werden, z.B. ein Getränk oder einen Snack mitzubringen. So trägt er zu einem positiven Arbeitsumfeld des Werkers bei.

Zusammen mit seinen Partnern ZF Friedrichshafen AG, EngRoTec GmbH & Co. KG und Festo AG & Co KG hat das DFKI einen gemeinsamen Forschungsdemonstrator für hybride Fertigungsszenarien entwickelt, der Ergebnisse aus vier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekten integriert. Anlässlich der CEBIT 2018 wird dieses Gesamtsystem verteilt auf dem Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (E 52) und dem Stand des DFKI (F 62) in Halle 27 präsentiert.

Im Zentrum der Forschungsarbeiten steht die effiziente Ertüchtigung der wandelbaren Produktion auf Prozess-, Produkt- und Geräteebene durch eine kontrollierbare Industrie 4.0-Infrastruktur, um den Einsatz heterogener, mobiler und stationärer Roboter zur soziotechnischen Produktion zu unterstützen. Erforscht und erprobt werden Komponenten, die das Zusammenspiel von Menschen, Maschinen und Diensten in hybriden Teams auf der Basis vorhandener und neu gelernter Fähigkeiten flexibel ermöglichen.

Der integrierte Demonstrator der beteiligten Projekte basiert auf folgenden Ergebnissen:

Das DFKI hat im Rahmen des Projektes eine kontrollierbare dienstebasierte Infrastruktur aufgebaut, die die notwendige Dynamik von Industrie 4.0-Produktionssystemen kosten- und zeiteffektiv umsetzt und geleitet ist durch die produktionsspezifischen Fragen:

  • WARUM soll WAS geschehen?
  • WIE und WO soll es passieren?
  • WER soll es tun?

Medienagentur Kreutzer / © DFKI

Der Demonstrator veranschaulicht zentrale Aspekte hybrider Teams wie die kollegiale Interaktion zwischen Mensch und Roboter, die multimodale Mensch-Roboter-Kommunikation (per Sprachein- und -ausgabe sowie mittels Smartwatches), die sensorunterstützte flexible Interaktion zwischen Robotern sowie Sicherheitsaspekte (Safety) mobiler Co-Bots. Basis dafür ist die beispielhafte Umsetzung verschiedener Roboterfähigkeiten:

  • einfache Transportaufträge per mobiler Roboterplattform
  • kombinierter Transportauftrag mit paralleler Ausführung eines Produktionsschritts
  • automatisierte Qualitätskontrolle
  • automatisches Beladen eines Transportroboters
  • sensorgestütztes Greifen von Objekten

Die Herausforderung im gezeigten Szenario besteht in einem „Pilotierten Lernen“ durch ein schnelles Remote Teach-In, bei dem der lernende Roboter nicht vor Ort, sondern durch einen Teach-In-Experten in einem Service Center mit der neuen Fähigkeit versehen wird. Dieser Lehrer nutzt dazu ein mit dem Ziel-Roboter vergleichbares taktiles Interface wie etwa einen Roboter mit ausreichend ähnlichen Freiheitsgraden.

Zusammengefasst sind die in den Exponaten gezeigten Ergebnisse zum Einsatz hybrider Teams in der wandelbaren Produktion Ausprägungen des zugrundeliegenden Konzeptes von Industrie 4.0, bei dem die Optimierung von Produktivität und Arbeitszufriedenheit zwei zentrale Ziele fokussiert:

  • Gute Arbeit: Punktuell unterstützende Assistenzsysteme werden weiterentwickelt zu sicherer und angenehmer Mensch-Roboter-Zusammenarbeit in Teams.
  • Gute Zahlen: Es entstehen Wettbewerbs- und Kostenvorteile durch kürzere Engineering- und Stillstandszeiten.

Neben den Projektpartnern waren LAP GmbH Laser Applikationen, SICK AG und WOLL MASCHINENBAU GmbH als Unterstützer an der Realisierung des Demonstrators beteiligt.

Medienagentur Kreutzer / © DFKI

Pressemitteilungen zur CEBIT 2018:

Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz GmbH Pressemitteilung zur CEBIT 2018 dfki.de
Bundesministerium für Bildung und Forschung Die Revolution der künstlichen Intelligenz bmbf.de
LAP GmbH Laser Applikationen Kollege Roboter kommuniziert per Laserprojektion sein Ziel lap-laser.com
ZF Friedrichshafen AG CEBIT 2018: ZF und DFKI präsentieren zukunftweisendes Industrie-4.0-Projekt zf.com

Medienresonanz zur CEBIT 2018:

11.06.2018 Starke Hilfe c’t Cebit-GUIDE
14.06.2018 Saar-Denkfabriken stellen sich auf der CEBIT vor saarbruecker-zeitung.de
14.06.2018 Interview mit Prof. Wolfgang Wahlster daily news CEBIT
15.06.2018 ZF und DFKI zeigen Industrie 4.0-Basissystem automotiveit.eu

Einen Videobeitrag und Tweets zum Thema finden Sie außerdem auf den Social Media Accounts des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bei Facebook und Twitter.

Audio- und Videomaterial zur CEBIT 2018:

12.06.2018 IT-Messe CEBIT startet in Hannover zdf.de

Fotogalerie „Projekt Hybr-iT auf der CEBIT 2018“:

Hybride Teams in der wandelbaren Produktion. Das gemeinsame Exponat der Projekte BaSys 4.0 und Hybr-iT am Stand des BMBF.